Link verschicken   Drucken
 

Ziele für die Bildungs- und Entwicklungsfelder nach dem Orientierungsplan Baden-Württemberg Fassung: 15. März 2011 S 39 ff

Unser Arbeitsauftrag und somit auch das Ziel, die ganzheitliche Entwicklung ( mit Kopf, Herz und Hand ) des Kindes zu fördern, findet sich auch in den Zielen des Orientierungsplans für baden – württembergische Kindergärten, die gemäß Paragraph 9 Abs.2 Kindertagesbetreuungsgesetz Baden-Württemberg umgesetzt werden müssen.

 

Kopf

1. Sprache:
Kinder
- erleben Interesse und Freude an der Kommunikation, erweitern und
verbessern ihre verbale und nonverbale Sprachkompetenz
- verfügen über vielfältige Möglichkeiten mit anderen zu kommunizieren
und sich auszutauschen
- erzählen Geschichten mit Anfang, Mitte und Schluss
- erweitern in der Verknüpfung von Sprache mit Musik, rhythmischem
Sprechen und Bewegen ihre Sprachkompetenz
- nutzen Sprache, um an der Gemeinschaft teilzuhaben und das
Zusammenleben mit anderen zu gestalten
- mit einer anderen Herkunftssprache erwerben Deutsch als weitere
Sprache
- erfahren unterschiedliche Sprachen als Bereicherung der
Kommunikation und Kultur
- lernen Schrift als Teil ihrer alltäglichen Lebenswelt kennen und
beginnen sie einzusetzen

 

2. Denken:
Kinder

- staunen über Alltags-und Naturphänomene und werden sprachlich
begleitet und bestärkt
- sammeln verschiedene Dinge wie Steine, Joghurtbecher, Blätter und
Kastanien und andere Baumfrüchte
- haben Freude daran, zusammen mit anderen über Dinge
nachzudenken
- beobachten ihre Umgebung genau, stellen Vermutungen auf und
überprüfen diese mit verschiedenen Strategien
- systematisieren und dokumentieren ihre Beobachtungen
- erkennen Muster, Regeln, Symbole und Zusammenhänge, um die Welt
zu erfassen
- entwickeln Mengenvorstellungen und erkennen Ziffern

- erstellen Pläne (z.B. Spielplan, Bauplan, etc. )
- stellen sich und ihrer Umwelt Fragen, auch philosophischer und
religiöser Natur und suchen nach Antworten
-experimentieren und verfolgen eigene mathematische und
naturwissenschaftliche Vorstellungen
- experimentieren und verfolgen eigene Ideen im sprachlichen,
künstlerischen und sozialen Bereich
-konstruieren und entwickeln eigene technische Ideen
- reflektieren Regelmäßigkeiten und Zusammenhänge
- geben ihren Gedanken, Vorstellungen, Träumen und Wünschen einen
ästhetisch-künstlerischen Ausdruck

Herz

1. Gefühl und Mitgefühl:
Kinder

-erkennen Körperhaltung, Mimik und Gestik als Ausdruck von Gefühlen
und wissen, dass auch ihre Gefühle dadurch Ausdruck finden
-lernen sich selbst, ihre Gefühle und die anderer wert zu schätzen und
entwickeln zunehmend Bewusstsein für die eigenen Emotionen
-eignen sich Einfühlungsvermögen und Mitgefühl an und agieren bzw.
reagieren angemessen
-entwickeln einen angemessenen, sozial verträglichen Umgang mit den
eigenen Emotionen
-finden entwicklungsentsprechende Konfliktlösungen
-entwickelt angemessene Nähe und Distanz im Umgang mit anderen
-entwickeln Einfühlungsvermögen und Mitgefühl gegenüber Tieren und
der Natur


2. Sinn, Werte und Religion:
Kinder

- entwickeln Vertrauen in das Leben auf der Basis lebensbejahender
religiöser bzw. weltanschaulicher Grundüberzeugung und werden in
der Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft gestärkt
- kennen unterschiedliche Zugänge zum Leben ( religiös-
weltanschaulich, technisch-naturwissenschaftlich, künstlerisch u.a.)
und vielfältig religiöse und weltanschauliche Orientierung
- kennen und verstehen die christliche Prägung unserer Kultur
- kennen die Wirkung sakraler Räume, Rituale und Symbole, die
Erfahrung von Geborgenheit, Konzentration und Stille ermöglichen
- können in ihrem Philosophieren und/oder Theologisieren über das
Leben und die Welt verständnisvolle Partner finden
- erleben unterschiedliche Weisen, nach Sinn zu fragen und Werte zu
erleben und kommunizieren darüber
- kennen ihre religiösen bzw. weltanschaulichen Wurzeln
- bringen sich mit anderen in die nachhaltige Gestaltung ihres sozialen
und ökologischen Umfeldes ein
- tragen zu einem gelingenden Zusammenleben in der Gruppe bei
- sind in der Kindertageseinrichtung angenommen und geborgen – auch
mit ihren religiösen bzw. weltanschaulichen Prägungen, Haltungen und
Meinungen

Hand

1. Körper:
Kinder

- erwerben grundlegende Bewegungsformen und erweitern ihren
Handlungs- und Erfahrungsraum

- erwerben Wissen über ihren Körper
- entwickeln ein Gespür für die eigenen körperlichen Fähigkeiten und
Grenzen, sowie die Grenzen anderer und lernen diese anzunehmen
- entwickeln ein erstes Verständnis für die Pflege, Regulierung und
Gesunderhaltung des Körpers
- entfalten ein positives Körper-und Selbstkonzept als Grundlage für die
gesamte Entwicklung
- entdecken ihre Sexualität und die Geschlechterunterschiede und
erleben Behutsamkeit, Respekt und Geleichwertigkeit im sozialen
Miteinander von Jungen und Mädchen
- erfahren den genussvollen Umgang mit gesunder Ernährung
- bauen ihre konditionellen und koordinativen Fertigkeiten und
Fähigkeiten aus und erweitern sie
- erweitern und verfeinern ihre grobmotorischen Fertigkeiten und
Fähigkeiten
- differenzieren ihre fein-und graphomotorischen Fertigkeiten und
Fähigkeiten aus und erweitern sie
- finden auch unter erschwerten Bedingungen eigene Wege in der
motorischen Entwicklung und lernen Hilfestellungen und andere
kompensatorische Mittel zu nutzen
- erfahren ihren Körper als Darstellungs-und Ausdrucksmittel für
Kommunikation, Kunst, Musik und Tanz, darstellendes Spiel und
Theater

 

2. Sinne:
Kinder

- entwickeln, schärfen und schulen ihre Sinne
- erlangen durch die differenzierte Entwicklung, Nutzung und Integration
Sinne, Orientierungs-, Gestaltungs- und Ausdrucksfähigkeit und lernen
achtsam zu sein
- erfahren die Bedeutung und Leistungen der Sinne
- erfahren durch die Sinneswahrnehmung Identität, Selbstvertrauen,
Weltwissen und soziale Kompetenzen und erleben ihre Sinne als
Grundlage für Aktivität und Teilhabe
- nutzen alle Sinne, um ihren Alltag selbstwirksam zu gestalten, sich ihre
materielle und personelle Umwelt anzueignen, sich in ihr zu orientieren
und soziale Bindung einzugehen, zu erleben und zu gestalten
-können ihre Aufmerksamkeit gezielt ausrichten und sich vor
Reizüberflutung schützen
- nehmen Bilder aus Alltag, Musik, Kunst und Medien sowie Eindrücke
aus der Natur bewusst wahr und setzen sich damit auseinander
- entwickeln vielfältige Möglichkeiten, Eindrücke und

 

Zielsetzungen liegen im Sinne einer tragfähigen Entwicklungsbegleitung, dienen als Instrument differenzierter Lernunterstützung und sind für die Beobachtung von Kopf, Herz und Hand unerlässlich. Durch die Reflexion und den Austausch von Zielen und Beobachtungen mit Kollegen/Kolleginnen, Eltern und, deren Einverständnis vorausgesetzt, mit anderen Fachleuten entsteht ein differenziertes Bild, was eine möglichst optimale Entwicklungsförderung des Kindes ermöglicht.